Unbill & Zugabe
Enttäuschungen mag ich nicht festhalten, lieber vergesse ich sie, aber die Überraschungen und Entdeckungen 2008 übergebe ich nun doch meinem heimlichen Listenfetisch. 23 Filme, 13 Comics, 3 Platten, 1 Buch :
Film
Der Nebel (The Mist, USA 2007, Frank Darabont)
No Country for old men (USA 2007, Joel & Ethan Coen)
Cloverfield (USA 2008, Matt Reeves)
John Rambo (USA/D 2008, Sylvester Stallone)
Rec (ESP 2007, Jaume Balaguero/ Paco Plaza)
Paranoid Park (USA/F 2007, Gus van Sant)
Forgetting Sarah Marshall (Nie wieder Sex mit der Ex, USA 2008, Nicholas Stoller)
The Happening (USA/Indien 2008, M. Night Shyamalan)
The Dark Knight (USA 2008, Christopher Nolan)
WALL-E (USA 2008, Andrew Stanton)
Salò o le 120 giornate di Sodoma (Die 120 Tage von Sodom, F/I 1975, Pier Paolo Pasolini)
Übriggebliebene ausgereifte Haltungen (D 2007, Peter Ott)
Fiona (USA 1998, Amos Kollek)
Pourquoi Israel (Warum Israel, F/ I 1973, Claude Lanzmann)
Shoah (F/Polen 1985, Claude Lanzmann)
Poison (USA 1991, Todd Haynes)
Die März Akte (BRD 1985, Peter Gehrig)
Right at your door (USA 2006, Chris Gorak)
Eastern Promises (GB/CAN/USA 2007, David Cronenberg)
Sierra Chariba (Major Dundee, USA 1965, Sam Peckinpah)
A boy and his dog (Der Junge und sein Hund, USA 1975, L.Q. Jones)
Knocked Up (Beim ersten Mal, USA 2007, Judd Apatow)
Miami Vice (USA/D 2006, Michael Mann)
Comic
Cyril Pedroas - Drei Schatten (Reprodukt)
Moebius - Arzach (Cross Cult)
Alan Moore/ Melinda Gebbie - Lost Girls (Cross Cult)
Art Spiegelman - Breakdowns (Fischer)
Jiro Taniguchi - Die Sicht der Dinge (Carlsen)
Alison Bechdel - Fun Home (Kiepenheuer & Witsch)
Jason Lutes - Berlin 2: Bleierne Stadt (Carlsen)
Joe Matt - Peepshow (Edition 52)
Alan Moore/Eddie Campbell - From Hell (Cross Cult)
Marc-Antoine Mathieu - Der Wirbel (Reprodukt)
Adrian Tomine - Halbe Wahrheiten (Reprodukt)
Thomas Ott - The Number 73304-23-4153-6-96-8 (Edition Moderne)
Chester Brown - Fuck (Reprodukt)
Musik
Peter Licht - Melancholie & Gesellschaft
Los Campesinos - Hold on now, youngsters...
Team 17 - s/t
Literatur
David Foster Wallace - Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich (Goldmann)
2009-01-04 16:39 - Rubrik: Unbill & Zugabe
Batman Begins(USA 2005, Christopher Nolan)
Vom Vigilanten der auszog, die Angst zu verbreiten, um seine eigene zu domestizieren...
The Dark Knight (USA 2008, Christopher Nolan)
...zum Vigilanten, der durch seine Antithese am Vigilantenstatus zerbricht. Dazu wurde bereits reichhaltig geschrieben, sehr schön etwa im
Schnitt.
Asterix bei den Briten (F 1986, Pino Van Lamsweerde)
Bezüglich der Animationstechnik, aber auch mit Blick auf den gehobeneren Wortwitz, die parodistischen Einlagen und einige, wenn auch kurze Nebenhandlungsstränge ist dies wohl der reifste Film der Reihe, weil ihm das Gespür anzumerken ist, zuvorderst eine Geschichte erzählen zu wollen und erst dann den Franchise in den Mittelpunkt zu rücken.
Das Waisenhaus (ESP 2007, Juan Antonio Bayona)
Die inhärente Tragik der Gothic Novels, die traumatischen Restbestände, die das Haunted House mit bedrohlichem Leben erfüllen, sind in eine von vorn bis hinten geradlinige Geistererzählung geflossen. Im Prinzip ist alles richtig platziert. Aber vielleicht ist dieses Malen nach Zahlen zu eindeutig kalkuliert. Schön anzusehen ist es dennoch der Schauer aus dem Lehrbuch.
Was ist mit Bob? (USA 1991, Frank Oz)
Antiintellektualismus, der ohne das Ressentiment seine Gags nur schwer zünden könnte - mehr hat er gar nicht.
Und dann war da noch der HipHop-Auftritt beim Transgender-Fest der Wagabanda. Innerhalb von zwei Wochen die Musik zusammengesamplet, Texte geschrieben und im strömenden Regen unter einer kleinen Plane vor einem Publikum von vielleicht 30 Leuten soviel geballten Hass gegenüber Heteronormativität, Paare und normwahrender Staatspraxis versprüht, ganz kurz vor der Psychose, ohne selbstgewählte Attitüde, sondern von unkontrolliertem Zwang getrieben, alles zusammenscheißend, was das Leben scheiße macht, die Bühne zur therapeutischen Allwettercouch instrumentalisiert, weil die Wut alles antreibt, nicht der Wille ein Projekt zu starten und mit ihm durchzustarten, Verzweiflung und entrückte Rücksicht einzig für das Mikro in der Hand - eine solche Künstlerin kannte ich bisher nicht. Mit mieser Laune zurückgelassen habe ich dann auch gleich wieder den Namen vergessen. Aber die Goldis bleiben am Ball, da wird noch was folgen in diesem Jahr.
2008-08-26 21:39 - Rubrik: Unbill & Zugabe
Das nennt sich wohl Beklemmung: Wenn beiläufige Recherchearbeit urplötzlich Ergebnisse zeigt, auf die man weder vorbereitet war, in die man eben anders involviert ist - halt nur das schale Gefühl bleibt, dass Diktion eines Führungszeugnisses und gute Absicht zwei Pole, aber manchmal einfach schwer
vereinbare sind.
2008-02-26 17:46 - Rubrik: Unbill & Zugabe
Von der Grippe die Woche über ans Bett bzw. höchstens noch an den Rechner gefesselt, bleibt bloß die fiebrige Hoffnung auf Besserung. Doch was war geschehen?
Saw 4 (USA 2007, Darren Lynn Bousman)
Ist ganz klar schuld an der ganzen Scheiße.
Es ist nicht leicht ein Gott zu sein (D/F 1989, Peter Fleischmann)
Machte es nur noch schlimmer.
Mission to Mars (USA 2000, Brian de Palma)
Ebnete eine hoffnungsvolle Ausgangslage, die dann aber von...
Stirb langsam: Jetzt erst recht (USA 1995, John McTiernan)
Saw 3 (USA 2006, Darren Lynn Bousman)
...brachial eingestampft wurde.
True Lies (USA 1994, James Cameron)
Erin Brockovich (USA 2000, Steven Soderbergh)
Wild Things (USA 1998, John McNaughton)
American Gangster (USA 2007, Ridley Scott)
Vanilla Sky (USA 2001, Cameron Crowe)
Rocky Balboa (USA 2006, Sylvester Stallone)
Schnitte in Raum und Zeit (D 2006, Gabriele Voss)
Wussten dann zu versöhnen, so gut es eben ging, obwohl einige von ihnen augenscheinlich anderes im Sinn hatten. Dass...
Das schwarze Loch (USA 1979, Gary Nelson)
...jedoch irritierte, liegt an meiner Disney-Hörspielkassette zum Film, die ich doch tatsächlich größtenteils noch abrufen konnte. Und wenn man nunmal den Weg rückverfolgen möchte, der zum intellektuellen Ist-Zustand führte, bleibt schon die Frage, warum ausgerechnet das Loch sich so sehr im Gedächtnis verankert hat. Was kann ich schon von Theweleit aus der Hüfte dahersagen? Damals, das waren nicht nur He-Man, Mask und später das Skateboard. Da gab es auch die Glücksbärchis; Grummel- und Freundschaftsbärchi wachten über mich und eine Wauzi-Rettungsaktion meinerseits im örtlichen Meierjohann führte sogar zur Ächtung: Hausverbot unter Vorbehalt für eine heldenhafte Tat. Da will noch einiges aufgearbeitet werden, umso mehr, wenn ich Maximilian Schells ewiges und ungewolltes Höllenregime betrachte. Wen interessiert da noch die popelige Rettung einer Crew samt fliegendem Überraschungsei, das auch noch sein viel abgeklärteres Pendant überleben darf?
Schnell wieder hinlegen.
2008-02-22 14:36 - Rubrik: Unbill & Zugabe
Die Filme...
Cloverfield (USA 2008, Matt Reeves)
Infernal Affairs (HK 2002, Andrew Lau)
Vacancy (USA 2007, Nimrod Antal)
Bee Movie (USA 2007, Steve Hickner/ Simon J.Smith)
About a boy (GB 2002, Chris & Paul Weitz)
Planet Terror (USA 2007, Robert Rodriguez)
Eastern Promises (CAN/USA/GB 2007, David Cronenberg)
Die Gruft (IT 1987, Lamberto Bava)
Juno (USA 2007, Jason Reitman)
Halloween (USA 2007, Rob Zombie)
Catacombs (USA 2007, Tommy Coker/ David Elliot)
Forrest Gump (USA 1994, Robert Zemeckis)
Creepshow 2 (USA 1987, Michael Gornick)
Outbreak (USA 1995, Wolfgang Petersen)
Alien vs. Predator:Requiem (USA 2007, Colin & Greg Strause)
...haben zu vielfältigen Urteilen geführt. Vielen Dank für ihr Verständnis.
2008-02-08 14:02 - Rubrik: Unbill & Zugabe
2008-01-25 10:38 - Rubrik: Unbill & Zugabe
Quiet Earth (neuseeland 1985, Geoff Murphy)
Zwei Pimmel sind wohl schon einer zuviel, Apokalypse hin oder her. Paarbildungsstrategien sind dann sicherlich beschränkter, aber warum nur drei Überlebende immer noch wenigstens zwei eifersüchtige Helden benötigen, da will ich auch empathisch sein, leuchtet mir nicht ein.
Robocop (USA 1987, Paul Verhoeven)
Bleibt, trotz eines gescheiterten, intermedialen Flirts mit der
Wrestlingwelt, eine Macht.
Omen 3 - Barbara`s Baby (USA 1981, Graham Baker)
Hätte ein Drehbuch gut vertragen können.
The Departed (USA 2006, Martin Scorsese)
Wendet sein
Drehbuch ins epochale und zu einer Schule des Blicks. Kulturpessimist, der ich manchmal bin, möchte ich behaupten, dass diesem Film in zehn Jahren nachgeweint wird.
Was Frauen wollen (USA 2000, Nancy Meyers)
...kann
dort diskutiert werden. Hier aber glücklicherweise nicht.
King of the Ants (USA 2003, Stuart Gordon)
Slacker-Henry mit Tarantino-Gangster-Appeal. An manchen Stellen glühend, an vielen aber einfach nur
Cold Blooded. Klar, vom Rad zum Auto war eine ganze Weile zwischengelagert, aber wer will die schon im Detail aufzählen?
Small Soldiers (USA 1998, Joe Dante)
Vielleicht der Stichwortgeber für den zielgruppenzusammenführenden Animationsfilm. Aber einige Teile der Familie werden die anderen mit Nachfragen beherzigen, und das war schon bei den Gremlins klasse. Diese Parallele will wohl auch die deutsche Synchrostimme Arnies herstellen, und aus ihr sprechen fortwährend die Kriegsfilm-Klassiker. Wer sie nicht kennt, sieht ein anderes Abenteuer. Bei einem Shrek wäre das nur noch zweitrangig und deswegen auch nicht weiter schade, und das ist wirklich schade.
I am Legend (USA 2007, Francis Lawrence)
Gefiel mir, bis die Theologie glaubte, sich einschleichen zu müssen.
Deep Star Six (USA 1989, Sean. S. Cunningham)
Michael Althen quintessenzierte einst ein Festival mit "Im Kino gewesen. Geweint" und war deswegen nicht nur Kafka, sondern auch perönlich, frei vom Autoren-Ich, betroffen.
Mein erstes Todeserlebnis war ein gefleckter Panzerwels, der aus unserem Hausgebrauchsaquarium sprang und hiernach elendig vertrocknete, bis er von mir entdeckt wurde. Klein und dumm wie ich war, schüttete ich immer wieder Wasser über ihn, bestimmt eine Stunde lang. Meine Eltern ließen mich gewähren. Dieser vorliegende Wasserfilm stocherte packend in der Wunde und hatte den Zuschauer sofort in seinem Bann.
Vorm Plasma gesessen. Petrübt. Aber dafür schickt mich doch niemand auf ein Filmfestival und bezahlt es mir und mich auch noch, oder doch? Vor allem horrend. Jedenfalls wäre ich wesentlich günstiger als dieses vorliegende Erzeugnis. Und flexibel betroffen bin ich bereits kostensparend in den eigenen vier Wänden.
2008-01-23 22:15 - Rubrik: Unbill & Zugabe
Shrek 3 (USA 2007, Chris Miller/ Raman Hui)
Mein leidlicher Versuch so etwas wie traditionelles Disney-Flair ins gegenwärtige Weihnachten zu retten, jedoch, jedoch, der Zug ist wohl abgefahren.
Harry Potter und der Orden des Phönix (USA/ GB 2007, David Yates)
Mit Harry hat es dann aber doch geklappt.
Damien - Omen 2 (USA 1978, Don Taylor)
Ist weitaus weniger schlimm als sein Ruf.
The Last Boy Scout (USA 1991, Tony Scott)
Führt den krisengebeutelten Actioner der 80er mit immer weniger Altlasten ins neue Jahrzehnt. Als versoffener Detektiv ohne Perspektiven irgendwo dem Neo-Noir zuzurechen; als torkelnder Retter des Präsidenten, dem kein Ruhm vergönnt ist und lediglich ein Restfunken moralischen Gemüts bleibt, eindeutig als anachronistischer, gefallener Held (und dann eben auch Ikone) zu identifizieren und als sprücheklopfender Bruce Willis, dessen Zynismus sich jedoch allenfalls der Abscheu seiner Mitmenschen vergewissert, ein rüder Gegenentwurf zu den Lethal Weapon-Buddies. Es wird schon einen Grund haben, warum seine Tochter Riggs und Murtaugh im Fernsehen dem eigenen Vater vorzieht.
Mindwarp (USA 1990, Steve Barnett)
Der war halt da, ich ebenfalls, wir haben uns respektabel ignoriert.
Kingpin (USA 1996,Bobby & Peter Farrelly)
Da ist gar nicht so viel Pimmelwitz verborgen, wie zeitweise unterstellt wurde. Bordwell wäre bestimmt erfreut: klassisches Erzählkino, aber derart infantil getarnt, dass man glauben möchte, althergebrachte Erzählkonventionen werden bloß verhöhnt. Werden sie aber nicht, sondern lediglich variiert, vulgär angereichert, und dennoch bleiben sie zuckersüße Moralgeschichten, in denen die Außenseiter über sich selbst hinauswachsen und dennoch allenfalls einen unsicheren Schritt zum Besseren wagen, d.h. der Held wird nicht zum eben solchen, sondern stellt sich selbst höchstens in Frage und kathartisiert deswegen, reift aber nicht urplötzlich zum identitären Gegenentwurf seiner selbst, und so etwas ist näher an Billy Wilder als an "American Pie". Der Kitsch wird dann zum Vexierbild postmodernistischer Spielerei, die ihre Trauer aber nicht verhehlen will, sondern mittels des spielerischen Umwegs des Wissens über den Kitsch sich Gehör verschafft: Wenn Ishmael von (vielleicht auch nicht?) verkleideten Indianern mit Müll beworfen wird und anschließend unter Tränen in die Kamera blickt, verzweifelt er, Bedeutungsspiel hin oder her, wirklich an einer ihm völlig fremden Welt (die, und das wird in den späteren Filmen über eine Hakenhand hinauswachsen, über das Unterschlagene, nämlich das Deformierte, nicht lachen will, obwohl sie es beständig so dreckig tut).
Die "Behinderten" erlangen tatsächlich mal Kontur (und die Crew hinter der Kamera übrigens auch, die im Abspann der späteren Filme auch wirklich mal ihr Gesicht präsentieren darf), und ich könnte aus dem Stegreif nicht einen Film aus der Hollywood-Liga nennen, der ihnen selbiges auch nur im entferntesten angedeihen möchte.
2008-01-10 14:57 - Rubrik: Unbill & Zugabe
Nur 48 Stunden (USA 1982, Walter Hill)
Und wieder 48 Stunden (USA 1990, Walter Hill)
Das Werk Walter Hills...von meiner Seite recht unerschöpft, und langsam wird mir dies als Versäumnis bewusst.
Das Mädchen auf dem Besenstiel (Tschechoslowakei 1972, Vàclav Vorlicek)
Alte Liebe rostet nicht, sie reift. Wie stoisch hier noch auf die abgefahrenste Irritation der Realität reagiert wird, ohne das Zepter der Berufung für einen kurzen Moment loszulassen (wie die Erwachsenen) oder dem Nutzen des Zauberbuchs mit etwas Gedankenkraft auf die Sprünge zu helfen (wie die Lausbuben), lehrt wie fest Grenzen zementiert sind. Im Kopf wie am Schlagbaum. Einreißen will sie freilich niemand. Da ruft selbst der Herr der Finsternis ein müdes Lächeln hervor. Die Tonspur allein ist bereits ein Partyhit.
Platoon (USA 1986, Oliver Stone)
Stone setzt die Zweiteilung guter Vater/ böser Vater im Dschungel fort und spürt auch hier dem Weg der USA in den reaktionären Backlash parabolisch nach. Dass er dafür Charlie Sheen als rächendes und ernüchtertes Instrument zur Standortbestimmung nutzt, lässt den Plot konservativer erscheinen, als er eigentlich ist. Vielleicht später mal mehr dazu, wenn die Zeit da ist.
Fido (Kanada 2006, Andrew Currie)
Überträgt das politische Moment des Subgenres ins grimmig-manifeste, aber der Plot war mir in diesem Fall etwas zu zerfranst. Meinem Player scheinbar ebenfalls.
2008-01-02 18:17 - Rubrik: Unbill & Zugabe
"Habt ihr auch so Erotikfilme, die, ich sag mal, zur Jahreszeit passen?"
"Äh, das hier ist der Möbelladen. Videos gibt´s im Lager drüben."
"Ja, und habt ihr da sowas?"
"Keine Ahnung, musst du selber mal gucken."
"Gibt`s denn sowas überhaupt?"
"Winterpornos oder wie..."
"...will halt meine Freundin damit überraschen. Die mag sowas überhaupt nicht, aber wenn es lustig rüberkommt, so mit nem Weihnachtsmann, vielleicht dann ja. Dann weiß sie, dass ich Frauen verstehen will." (grinst süffisant)
"Die Straße runter ist ein Sex-Shop. Da gibt`s auch Hefte über die." (mies geklaut, ich weiß)
"Willste mich verarschen, Bursche ?"
"Nene."
"Kannst mir also nicht helfen?"
"Wie gesagt, drüben im Lager haben wir auch...."
"Was kostet denn die Kommode?"
"150 Euro, ist aber verhandelbar."
"Wieso steht dann da 50 Euro?"
"Wieso fragst du mich dann?"
"Liefert ihr auch?"
"Ja, kostet 20 Euro innerhalb Bielefelds..."
"Alter, da krieg ich zusammengerechnet bei Ikea ja zwei neue für."
"Warum bist du dann noch hier?."
"Ey, nicht in dem Tonfall, alles klar? Nicht wenn Weihnachten ist! Verarschen kann ich mich selbst. Sieht eh scheiße aus. Ich brauch was mit Eleganz, habt ihr eh nicht sowas, ne?"
"Ne."
"Wundert mich auch nicht. Also wo ist jetzt dieses Lager?"
"Bist du mit Auto hier?"
"Ja."
"Ok, du fährst hier die Straße links runter, bis zur zweiten Ampelkreuzung. Dann biegst du links ab. Dann gut 5 Kilometer geradeaus bis irgendwann rechts ein Mediamarkt und dahinter ein Friedhof zu sehen sind. Da ist das auf der linken Seite, da hängt auch ein großes Schild."
"Und ihr habt da auch solche Filme?"
"Ich hab das nicht im Überblick, aber Filme gibt es dort reichlich."
"Ok, ich versuch mein Glück."
Sagt`s und fährt kurz darauf in die angegebene Richtung.
Während der Kretin also zum Stadtteil Babenhausen irrt, gehe ich rüber ins Lager und stelle fest, dass zu dieser Jahreszeitdie Verkaufsgespräche tatsächlich etwas Dumdidum erzeugen können. Und an der Lagerpräsentation doch noch gefeilt werden muss. Feines Fest, wirklich.
Edit.: Besser keine Erinnerungen; 07 ist jetzt schon überbewertet.
2007-12-13 10:13 - Rubrik: Unbill & Zugabe