Guy Delisle - Aufzeichnungen aus Birma

birma-250Meine Rezension auf satt.org:

"Wollte man der Unverbindlichkeit der Subjektivität das Wort reden, dann besäße Delisles autobiographischer Reisecomic über eine der weltweit repressivsten Militärdiktaturen keine große Relevanz - sofern man denn eine vielschichtige Gesellschafts­analyse erwartet, wie sie so manche euphorische Kritik in Aussicht stellt. Hinter dieser Einschätzung liegt wohl der Irrglaube an eine ominöse Authentizität des Beobachtens, die sich aus einer ebenfalls recht ominösen Erfahrung speist: Für Guy Delisle bestände sie dann aus einem 14-monatigen Aufenthalt in Birma, wohin es ihn bzw. sein gezeichnetes Pendant als Begleiter seiner Frau während ihres Einsatzes mit der NGO Ärzte ohne Grenzen verschlägt. Authentizität der Erfahrung, das muss gar nicht als medienpraktisches Problem erörtert werden: Der tägliche Blick in die hiesige Presselandschaft genügt, um herauszufinden, dass auch die lebenslange Präsenz in einem Land nicht davor feit, an einer an Autismus grenzenden Beurteilungsfähigkeit dessen politischer Lage zu leiden."

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