Filmtagebuch
Batman Begins(USA 2005, Christopher Nolan)
Vom Vigilanten der auszog, die Angst zu verbreiten, um seine eigene zu domestizieren...
The Dark Knight (USA 2008, Christopher Nolan)
...zum Vigilanten, der durch seine Antithese am Vigilantenstatus zerbricht. Dazu wurde bereits reichhaltig geschrieben, sehr schön etwa im Schnitt.
Asterix bei den Briten (F 1986, Pino Van Lamsweerde)
Bezüglich der Animationstechnik, aber auch mit Blick auf den gehobeneren Wortwitz, die parodistischen Einlagen und einige, wenn auch kurze Nebenhandlungsstränge ist dies wohl der reifste Film der Reihe, weil ihm das Gespür anzumerken ist, zuvorderst eine Geschichte erzählen zu wollen und erst dann den Franchise in den Mittelpunkt zu rücken.
Das Waisenhaus (ESP 2007, Juan Antonio Bayona)
Die inhärente Tragik der Gothic Novels, die traumatischen Restbestände, die das Haunted House mit bedrohlichem Leben erfüllen, sind in eine von vorn bis hinten geradlinige Geistererzählung geflossen. Im Prinzip ist alles richtig platziert. Aber vielleicht ist dieses Malen nach Zahlen zu eindeutig kalkuliert. Schön anzusehen ist es dennoch der Schauer aus dem Lehrbuch.
Was ist mit Bob? (USA 1991, Frank Oz)
Antiintellektualismus, der ohne das Ressentiment seine Gags nur schwer zünden könnte - mehr hat er gar nicht.
Und dann war da noch der HipHop-Auftritt beim Transgender-Fest der Wagabanda. Innerhalb von zwei Wochen die Musik zusammengesamplet, Texte geschrieben und im strömenden Regen unter einer kleinen Plane vor einem Publikum von vielleicht 30 Leuten soviel geballten Hass gegenüber Heteronormativität, Paare und normwahrender Staatspraxis versprüht, ganz kurz vor der Psychose, ohne selbstgewählte Attitüde, sondern von unkontrolliertem Zwang getrieben, alles zusammenscheißend, was das Leben scheiße macht, die Bühne zur therapeutischen Allwettercouch instrumentalisiert, weil die Wut alles antreibt, nicht der Wille ein Projekt zu starten und mit ihm durchzustarten, Verzweiflung und entrückte Rücksicht einzig für das Mikro in der Hand - eine solche Künstlerin kannte ich bisher nicht. Mit mieser Laune zurückgelassen habe ich dann auch gleich wieder den Namen vergessen. Aber die Goldis bleiben am Ball, da wird noch was folgen in diesem Jahr.
Vom Vigilanten der auszog, die Angst zu verbreiten, um seine eigene zu domestizieren...
The Dark Knight (USA 2008, Christopher Nolan)
...zum Vigilanten, der durch seine Antithese am Vigilantenstatus zerbricht. Dazu wurde bereits reichhaltig geschrieben, sehr schön etwa im Schnitt.
Asterix bei den Briten (F 1986, Pino Van Lamsweerde)
Bezüglich der Animationstechnik, aber auch mit Blick auf den gehobeneren Wortwitz, die parodistischen Einlagen und einige, wenn auch kurze Nebenhandlungsstränge ist dies wohl der reifste Film der Reihe, weil ihm das Gespür anzumerken ist, zuvorderst eine Geschichte erzählen zu wollen und erst dann den Franchise in den Mittelpunkt zu rücken.
Das Waisenhaus (ESP 2007, Juan Antonio Bayona)
Die inhärente Tragik der Gothic Novels, die traumatischen Restbestände, die das Haunted House mit bedrohlichem Leben erfüllen, sind in eine von vorn bis hinten geradlinige Geistererzählung geflossen. Im Prinzip ist alles richtig platziert. Aber vielleicht ist dieses Malen nach Zahlen zu eindeutig kalkuliert. Schön anzusehen ist es dennoch der Schauer aus dem Lehrbuch.
Was ist mit Bob? (USA 1991, Frank Oz)
Antiintellektualismus, der ohne das Ressentiment seine Gags nur schwer zünden könnte - mehr hat er gar nicht.
Und dann war da noch der HipHop-Auftritt beim Transgender-Fest der Wagabanda. Innerhalb von zwei Wochen die Musik zusammengesamplet, Texte geschrieben und im strömenden Regen unter einer kleinen Plane vor einem Publikum von vielleicht 30 Leuten soviel geballten Hass gegenüber Heteronormativität, Paare und normwahrender Staatspraxis versprüht, ganz kurz vor der Psychose, ohne selbstgewählte Attitüde, sondern von unkontrolliertem Zwang getrieben, alles zusammenscheißend, was das Leben scheiße macht, die Bühne zur therapeutischen Allwettercouch instrumentalisiert, weil die Wut alles antreibt, nicht der Wille ein Projekt zu starten und mit ihm durchzustarten, Verzweiflung und entrückte Rücksicht einzig für das Mikro in der Hand - eine solche Künstlerin kannte ich bisher nicht. Mit mieser Laune zurückgelassen habe ich dann auch gleich wieder den Namen vergessen. Aber die Goldis bleiben am Ball, da wird noch was folgen in diesem Jahr.
2008-08-26 21:39 - Rubrik: Unbill & Zugabe

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