Filmtagebuch

Shrek 3 (USA 2007, Chris Miller/ Raman Hui)
Mein leidlicher Versuch so etwas wie traditionelles Disney-Flair ins gegenwärtige Weihnachten zu retten, jedoch, jedoch, der Zug ist wohl abgefahren.

Harry Potter und der Orden des Phönix (USA/ GB 2007, David Yates)
Mit Harry hat es dann aber doch geklappt.

Damien - Omen 2 (USA 1978, Don Taylor)
Ist weitaus weniger schlimm als sein Ruf.

The Last Boy Scout (USA 1991, Tony Scott)
Führt den krisengebeutelten Actioner der 80er mit immer weniger Altlasten ins neue Jahrzehnt. Als versoffener Detektiv ohne Perspektiven irgendwo dem Neo-Noir zuzurechen; als torkelnder Retter des Präsidenten, dem kein Ruhm vergönnt ist und lediglich ein Restfunken moralischen Gemüts bleibt, eindeutig als anachronistischer, gefallener Held (und dann eben auch Ikone) zu identifizieren und als sprücheklopfender Bruce Willis, dessen Zynismus sich jedoch allenfalls der Abscheu seiner Mitmenschen vergewissert, ein rüder Gegenentwurf zu den Lethal Weapon-Buddies. Es wird schon einen Grund haben, warum seine Tochter Riggs und Murtaugh im Fernsehen dem eigenen Vater vorzieht.

Mindwarp (USA 1990, Steve Barnett)
Der war halt da, ich ebenfalls, wir haben uns respektabel ignoriert.

Kingpin (USA 1996,Bobby & Peter Farrelly)
Da ist gar nicht so viel Pimmelwitz verborgen, wie zeitweise unterstellt wurde. Bordwell wäre bestimmt erfreut: klassisches Erzählkino, aber derart infantil getarnt, dass man glauben möchte, althergebrachte Erzählkonventionen werden bloß verhöhnt. Werden sie aber nicht, sondern lediglich variiert, vulgär angereichert, und dennoch bleiben sie zuckersüße Moralgeschichten, in denen die Außenseiter über sich selbst hinauswachsen und dennoch allenfalls einen unsicheren Schritt zum Besseren wagen, d.h. der Held wird nicht zum eben solchen, sondern stellt sich selbst höchstens in Frage und kathartisiert deswegen, reift aber nicht urplötzlich zum identitären Gegenentwurf seiner selbst, und so etwas ist näher an Billy Wilder als an "American Pie". Der Kitsch wird dann zum Vexierbild postmodernistischer Spielerei, die ihre Trauer aber nicht verhehlen will, sondern mittels des spielerischen Umwegs des Wissens über den Kitsch sich Gehör verschafft: Wenn Ishmael von (vielleicht auch nicht?) verkleideten Indianern mit Müll beworfen wird und anschließend unter Tränen in die Kamera blickt, verzweifelt er, Bedeutungsspiel hin oder her, wirklich an einer ihm völlig fremden Welt (die, und das wird in den späteren Filmen über eine Hakenhand hinauswachsen, über das Unterschlagene, nämlich das Deformierte, nicht lachen will, obwohl sie es beständig so dreckig tut).
Die "Behinderten" erlangen tatsächlich mal Kontur (und die Crew hinter der Kamera übrigens auch, die im Abspann der späteren Filme auch wirklich mal ihr Gesicht präsentieren darf), und ich könnte aus dem Stegreif nicht einen Film aus der Hollywood-Liga nennen, der ihnen selbiges auch nur im entferntesten angedeihen möchte.

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